Für die Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) gibt es eine Kombinationsimpfung. Nach einem starken Anstieg um mehr als fünf Prozent zwischen dem Einschulungsjahrgang 2008 und dem Jahrgang 2012, ist nun ein erneuter starker Anstieg der MMR-Impfquote zwischen 2019 und 2023 um etwa dreieinhalb Prozent zu beobachten. Das ist wohl zum größten Teil dem im Jahr 2020 in Kraft getretenen Masernschutzgesetz zu verdanken: Es verpflichtet Personen, die in Gemeinschafts- oder medizinischen Einrichtungen tätig sind oder dort betreut werden (zum Beispiel Kitas, Schulen oder Krankenhäuser), einen Nachweis über ihren Masernschutz zu erbringen. Damit sollen Ausbrüche verhindert und besonders vulnerable Gruppen besser gegen diese alles andere als harmlose „Kinderkrankheit“ geschützt werden.
Die Impfquoten für Polio (Kinderlähmung), Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Pertussis (Keuchhusten) sind seit dem Einschulungsjahrgang 2008 relativ konstant bei etwa 96 Prozent. Die Impfquoten für Hepatitis B haben in den letzten Jahren anteilig zugenommen, so dass die Impfquoten für Polio, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b beim Einschulungsjahrgang 2023 allesamt bei über 94 Prozent lagen. Grund für diese positive Entwicklung dürfte die zunehmende Anwendung von Kombinationsimpfstoffen sein.
Hintergrund
Die Daten für den Impfreport stammen aus den Schuleingangsuntersuchungen von Kindern, die im Jahr 2023 eingeschult wurden. Neben der körperlichen Gesundheit und geistigen Entwicklung nehmen die Gesundheitsämter dabei auch den Impfstatus anhand der vorgelegten Impfbücher in den Blick. Während der Corona-Pandemie waren die Schuleingangsuntersuchungen in den Jahren 2020 bis 2022 ausgesetzt worden, so dass für 2023 erstmals wieder flächendeckende Daten vorliegen.
Alle bei der Schuleingangsuntersuchung erhobenen Daten werden von den Gesundheitsämtern an das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz übermittelt, wo sie auf Plausibilität geprüft werden. Auf Grundlage des §34 Infektionsschutzgesetz erhält das LUA vom Statistischen Landesamt weitestgehend anonymisierte Daten zum Wohnort und zu den erhaltenen Impfungen. Das LUA wertet diese Daten aus – zum Beispiel für den Impfreport – und übermittelt die Ergebnisse weiter an das Robert Koch-Institut (RKI). Lücken im Impfschutz können so identifiziert und durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen und Impfangebote adressiert werden.
Den vollständigen Impfreport finden Sie auf der Homepage des LUA.