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Berufszulassung für Tierärzte

Antragsteller, die im Ausland ein veterinärmedizinisches Studium erfolgreich absolviert haben und in Rheinland-Pfalz tierärztlich tätig werden möchten, benötigen eine Berufszulassung gemäß der Bundes-Tierärzteordnung vom 20. November 1981 (BGBl. I S. 1193) in der jeweils gültigen Fassung (BTÄO).
 
Eine generelle Anerkennung einer im Ausland erworbenen tierärztlichen Ausbildung ist gemäß diesem Gesetz nicht vorgesehen und daher nicht möglich.
 
Das Landesuntersuchungsamt ist in Rheinland-Pfalz die für den Vollzug der BTÄO zuständige Behörde, insbesondere für

  • die Erteilung der Approbation als Tierarzt/Tierärztin nach §§ 2, 4, 13 BTÄO
  • die Erteilung und Verlängerung der Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des tierärztlichen Berufs gemäß §§ 2, 11, 13 BTÄO
  • die Meldung der Dienstleistungserbringer gemäß §§ 2, 11 a, 13 BTÄO

Achtung: Persönliche Vorsprachen sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Approbation

Für die Ausübung des tierärztlichen Berufs auf Dauer in der Bundesrepublik Deutschland bedarf es nach § 2 Abs. 1 BTÄO der Approbation als Tierärztin/Tierarzt. Die Approbation als Tierärztin/Tierarzt ist gemäß § 4 BTÄO auf Antrag zu erteilen, wenn der Antragsteller

  1. vorbehaltlich des § 16 Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes, Staatsangehöriger  eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des  Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder eines Vertragsstaates, dem Deutschland und  die Europäische Gemeinschaft oder Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen  entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben,
  2. sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit  zur Ausübung des tierärztlichen Berufs ergibt,
  3. nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs ungeeignet ist,
  4. nach einer Gesamtausbildungszeit von mindestens fünf Jahren, von denen sechs Monate auf die  praktische Ausbildung entfallen müssen; die Tierärztliche Prüfung muss bestanden sein:
    - in der Bundesrepublik Deutschland oder
    - im Bereich der Europäischen Union oder
    - im Bereich des Europäischen Wirtschaftsraumes oder
    - in einem Drittland

    Gegebenenfalls ist mit Rücksicht auf die Abweichung der tierärztlichen Ausbildung von derjenigen in der Bundesrepublik Deutschland der Nachweis der Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes durch eine Nachprüfung an einer tierärztlichen Bildungsstätte in der Bundesrepublik Deutschland (Gießen, Berlin, Hannover, Leipzig oder München) erforderlich, wobei einzelfallabhängige Besonderheiten zu berücksichtigen bleiben.
     
  5. über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

Gemäß § 16 BTÄO (siehe § 4 Absatz 1 Nr. 1 BTÄO) muss der Antragsteller für die Erteilung einer Approbation nicht die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Europäischen Wirtschaftsraumes haben.

Vorläufige Berufserlaubnis

Zudem gibt es die Möglichkeit der Erteilung einer Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des tierärztlichen Berufes gemäß § 11 BTÄO. Diese wird nur befristet und nur für eine bestimmte Beschäftigungsstelle mit unselbständiger Tätigkeit erteilt. Für die Erteilung der Erlaubnis bedarf es nicht - wie vorstehend für die Approbation ausgeführt - des Nachweises der Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes durch Nach- und Kenntnisprüfungen. Dem Antrag auf Erlaubnis sind im Übrigen aber die gleichen Unterlagen wie bei der Beantragung der Approbation beizufügen (siehe Merkblatt zum Antrag).

Erbringer von Dienstleistungen

Tierärzte, die Staatsangehörige

  • eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder
  • eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder
  • eines Vertragsstaates sind, dem Deutschland und die Europäische Gemeinschaft oder
  • Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben

dürfen den tierärztlichen Beruf im Geltungsbereich der BTÄO ohne Approbation als Tierarzt oder ohne Erlaubnis zur vorübergehenden und gelegentlichen Ausübung des tierärztlichen Berufes ausüben, sofern sie vorübergehend als Erbringer von Dienstleistungen im Sinne des Artikels 50 des EG-Vertrages im Geltungsbereich der BTÄO tätig werden.Sie unterliegen jedoch der Meldepflicht gemäß den Bestimmungen der BTÄO.

Für diese Meldung sind folgende Unterlagen vorzulegen:

  • der Nachweis über die Staatsangehörigkeit,
  • eine Bescheinigung darüber, dass der Dienstleistungserbringer in einem Mitgliedstaat rechtmäßig als Tierarzt niedergelassen ist und dass ihm die Ausübung dieses Berufs zum Zeitpunkt der Vorlage der Bescheinigung nicht, auch nicht vorübergehend, untersagt ist und
  • ein Berufsqualifikationsnachweis.

Die Bescheinigungen dürfen zum Zeitpunkt der Vorlage nicht älter als zwölf Monate sein. Bezüglich des weiteren Vorgehens setzen Sie sich bitte mit dem Landesuntersuchungsamt in Verbindung.

Gesetze und Verordnungen
Ansprechpartner

Heike Jax-Treiber
und
Eva Hehenkamp

Telefon 0261 9149-0
E-Mail poststelle(at)lua.rlp.de