Tierseuchen frühzeitig erkennen: Überwachung ist das A und O

„Um neue und wiederaufflammende Tierseuchen frühzeitig zu erkennen, ist eine kontinuierliche Überwachung unerlässlich. Das zeigte zum Beispiel die Zuspitzung der Tierseuchensituation in Grenznähe zu Rheinland-Pfalz Ende 2018: Baden-Württemberg hat in einem Bestand im Winter die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 identifiziert und das benachbarte Belgien im Herbst die Afrikanische Schweinepest erstmals nachgewiesen“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung der Tierseuchenbilanz des vergangenen Jahres.

Um den Gesundheitsstatus der rheinland-pfälzischen Tiere im Blick zu haben, hat das Landesuntersuchungsamt (LUA) 2018 insgesamt rund 282.000 Proben von Nutz-, Wild-, Zoo- und Heimtieren untersucht. Die Zahl bleibt damit im Vergleich zu 2017 mit etwa 286.000 Proben auf hohem Niveau konstant.

Blauzunge: Impfzuschuss für Rinder, Schafe und Ziegen ab Herbst 2019

Anfang dieses Jahres hat das LUA die Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 auch in fünf Betrieben in Rheinland-Pfalz festgestellt. Seit 2010 besteht ein jährliches Monito-ring. Im Rahmen dieses Monitorings hat das LUA 2018 insgesamt 322 Tiere auf die Blauzungenkrankheit untersucht. Seit dem Ausbruch in Rheinland-Pfalz waren es bis Mitte Juni knapp 23.000 Proben.

"Das Gute: Tierhalter können ihre Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzunge mit einer Impfung schützen. Wir gehen davon aus, dass knapp 30 Prozent der rund 330.000 Rinder und etwa 10 Prozent der circa 110.000 kleinen Wiederkäuer in Rheinland-Pfalz einen gültigen Impfschutz gegen die Blauzungenkrankheit haben. Das ist eine gute Basis, jedoch leider viel zu wenig, um das Virus zu tilgen. Daher haben wir uns entschlossen, ab Herbst 2019 die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit finanziell zu unterstützen: Für Rinder werden wir einen Zuschuss je Impfung gegen den Serotyp 8 sowie gegen den Serotyp 4 in Höhe von 80 Cent leisten, für Schafe und Ziegen in Höhe von 60 Cent", kündigte Höfken an.

ASP: Mehr als 150 Fallwild-Prämien ausbezahlt

Auch bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) setzt das Umweltministerium in besonderem Maße auf Früherkennung und Prävention. Denn die Seuche ist nach dem Nachweis in Belgien nur noch etwa 40 Kilometer von der Landesgrenze entfernt.

"Ein zentraler Faktor bei der ASP ist die Zeit. Nur wenn die Seuche früh erkannt wird, besteht noch eine kleine Chance, sie zu tilgen. Daher erhalten die Jäger in Rheinland-Pfalz seit 2018 eine Prämie in Höhe von 50 Euro für die Fallwild-Beprobung. Denn je mehr Proben das LUA untersuchen kann, desto höher ist die Chance, dass ein Ausbruch frühzeitig festgestellt wird. Seit Frühjahr 2018 hat die Jägerschaft 155 Prämien in Anspruch genommen, 2017 waren es noch 70 Proben von tot aufgefundenen Wildschweinen. Wir können also insgesamt feststellen, dass die Zahl der eingesandten Proben seit Einführung der Prämie gestiegen ist", so die Ministerin.

Vergangenes Jahr haben die Kommunen zudem ASP-Krisenübungen für die Veterinärbehörden und den Katastrophenschutz der Landkreise durchgeführt. Das Umweltministerium organisierte zahlreiche Konferenzen, Gespräche und Informationsveranstaltungen mit Landwirten, Jägern, Vertretern der Tierseuchenbekämpfung, Feuerwehr, Polizei und Technischen Hilfswerke.

Tropische Zecke erstmals in Rheinland-Pfalz nachgewiesen

Eine weitere zentrale Nachricht der Tierseuchenüberwachung: Im Jahr 2018 wurde erstmals eine tropische Zecke der Gattung "Hyalomma" in Rheinland-Pfalz entdeckt. "Der gefährliche Blutsauger ist bei einem Pferd im Donnersbergkreis entdeckt worden. Die zunehmend warmen Temperaturen führen dazu, dass Arten wie die Hyalomma-Zecke aus trockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas sich auch bei uns immer wohler fühlen", sagte Dr. Gabriele Luhofer, Leiterin der Tiermedizin im LUA.

Die Zecke befällt sowohl große Tiere als auch den Menschen und gilt als Überträger verschiedener Infektionskrankheiten - unter anderem des afrikanischen Zeckenbissfiebers und des Krim-Kongofiebers.

Detaillierte Informationen zur Tierseuchenbilanz 2018 sind online abrufbar unter:

https://lua.rlp.de/de/service/publikationen-lua/

Das Umweltministerium hat FAQ zur ASP veröffentlicht unter:

https://mueef.rlp.de/de/themen/tiere-und-tierwohl/tiergesundheit-tierseuchenbekaempfung/afrikanische-schweinepest-asp/fragen-und-antworten-zur-afrikanischen-schweinepest-asp/

Das LUA bietet Informationen, Dokumente und Formulare zur ASP unter:

https://lua.rlp.de/de/unsere-themen/lexikon/lexikon-a/afrikanische-schweinepest/