Schmallenberg-Virus bei Ziegen im Hunsrück nachgewiesen

Ruft schwere Missbildungen bei Lämmern und Kälbern hervor: Das Schmallenberg-Virus kursiert weiter in der rheinland-pfälzischen Nutztierpopulation. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat den für Menschen ungefährlichen Erreger bei Ziegen eines Bestandes aus dem Hunsrück nachgewiesen.

Infizierte Tiere zeigen selbst keine oder nur vorübergehende Krankheitssymptome  wie Fieber, Durchfall und Rückgang der Milchleistung. Trächtige Tiere bringen jedoch als Spätfolge einer Infektion Lämmer beziehungsweise Kälber mit starken Missbildungen zur Welt. Dies kann  bei der Geburt zu Komplikationen führen. So auch in dem jetzt betroffenen Bestand: Dort waren bereits mehrere missgebildete Lämmer tot geboren worden, eine tragende Ziege musste wegen schwerster Probleme bei der Geburt getötet werden. Das Tier hatte sich offensichtlich im vergangenen Herbst im Frühstadium der Trächtigkeit mit dem Virus infiziert, das durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird.

Tierhalter sollten ihre Rinder, Schafe und Ziegen auch während der kommenden Ablamm- und Abkalbeperiode genau beobachten und - wenn nötig - Geburtshilfe leisten. Ein zugelassener Impfstoff steht inzwischen zur Verfügung. Tierhalter können darüber hinaus versuchen, ihre Tiere mit insektenabwehrenden Mitteln (Repellentien) oder durch die Unterbringung im Stall vor Mückenstichen zu schützen.

Der letzte Nachweis des Virus in Rheinland-Pfalz datiert aus dem Sommer 2016. Damals war der Erreger bei Rindern in der Eifel diagnostiziert worden.