Newcastle Desease: Impfpflicht gilt auch für Hobbygeflügelhalter

Die atypische Geflügelpest, besser bekannt als Newcastle Disease (ND), ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Krankheitsanzeichen beim Geflügel können denen der Geflügelpest ähnlich sein. Bis in die frühen 90er Jahre gab es regelmäßig Meldungen von Ausbrüchen der Newcastle Disease. In den europäischen Nachbarländern kommt es auch aktuell immer wieder zu Ausbrüchen. Impfungen gegen die Newcastle Disease sind in Deutschland für alle Hühner- und Putenhaltungen unabhängig von der Tierzahl gesetzlich vorgeschrieben.

Das heißt: Alle Hühner und Puten eines Bestandes, ob Rassegeflügel in Hobbyhaltung, Selbstversorger-Gartenfedervieh oder industriell gehaltene Mast- oder Legehühner  sind durch einen Tierarzt gegen Newcaslte Desease impfen zu lassen.

Wichtig: Wiederholungsimpfungen sind nach Angaben des Impfstoffherstellers durchzuführen (Beipackzettel beachten). Während für die Lebendimpfung über das Trinkwasser früher das Intervall von drei Monaten galt, liegen die Vorgaben der Impfstoffhersteller gegenwärtig je nach Impfstoff bei einem etwa sechswöchigen Rhythmus. Dies muss dringend beachtet werden, da der Hersteller keine Aussage über einen belastbaren Impfschutz über den Zeitpunkt von sechs Wochen hinaus machen kann. 

Wer clever ist, lässt bei den Hühnern und Puten seines Kleinbestandes vom Tierarzt die so genannte Nadelimpfung (Inaktivat-Impfung) durchführen, die etwa ein Jahr hält. Klug ist auch, sich gegen einen sehr geringen Aufpreis direkt Legehennen zu besorgen, die bereits vom Aufzüchter grundimmunisiert und nadelgeimpft sind. Es lohnt sich beim Händler nachzufragen. Eine ND-Nachimpfung muss dann nur einmal im Jahr wiederholt werden.

Über die durchgeführten Impfungen sind Nachweise zu führen (z.B. Impfbescheinigungen,Tierarztrechnungen).

Hühner und Puten dürfen übrigens nur in einen anderen Geflügelbestand oder auf Geflügelmärkte bzw. -ausstellungen verbracht werden, wenn sie von einer tierärztlichen Bescheinigung begleitet sind, aus der hervorgeht, dass der Herkunftsbestand der Tiere regelmäßig, entsprechend den Empfehlungen des Impfstoffherstellers, gegen ND geimpft worden ist.

Die Veterinärämter überprüfen stichprobenartig den Impfstatus von Beständen. 

Zuwiderhandlung gegen die Impfpflicht sind Ordnungswidrigkeiten im Sinne des § 32 Abs. 2 Nr. 4 des Tiergesundheitsgesetzes vom 22.05.2013 (BGBl. I S. 1324) i.d.g.F. Sie können mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden.

Bei jeder Schutzimpfung gilt: Geimpft werden nur gesunde Tiere!