Krankheitsüberträger: So schützt man sich vor Zecken

Fürs Wochenende hat sich in Rheinland-Pfalz der Frühling angekündigt. Doch er hat nicht nur gute Seiten: Wenn die Temperaturen steigen, sind auch die Zecken wieder aktiv. Da sie Infektionskrankheiten übertragen können, rät das Landesuntersuchungsamt (LUA) dazu, sich bei beim Aufenthalt in der Natur vor den Plagegeistern zu schützen.

Bis zu 30 Prozent der Zecken sind laut Robert Koch-Institut (RKI) mit Borrelien infiziert, dem bakteriellen Erreger der Lyme-Borreliose. Die Gefahr einer Infektion besteht in allen Teilen Deutschlands. In Rheinland-Pfalz wurden dem LUA im Jahr 2018 insgesamt 1.579 Fälle von Borreliose beim Menschen gemeldet. Im Jahr davor waren es 1.083 gewesen.

Die Erkrankung beginnt oft mit der Wanderröte um den Zeckenstich herum. Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit können hinzukommen. Im weiteren Verlauf kann es zu Nervenschmerzen und neurologischen Ausfällen sowie der Lyme-Arthritis kommen, bei der sich erst Monate bis Jahre nach der Infektion die Gelenke entzünden. Die Lyme-Borreliose sollte so früh wie möglich mit Antibiotika behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht.

Auch die lebensbedrohliche Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) wird von Zecken übertragen. 2018 registrierte das LUA in Rheinland-Pfalz sechs FSME-Fälle. Im Jahr davor waren keine Erkrankungen gemeldet geworden.

Anders als bei der Lyme-Borreliose ist die Gefahr einer Ansteckung mit FSME nicht überall in Deutschland gleich hoch. Das Robert Koch-Institut gibt regelmäßig eine Karte mit so genannten FSME-Risikogebieten heraus. Danach ist das Risiko, durch einen Zeckenstich an FSME zu erkranken, in Baden-Württemberg, Bayern sowie in Teilen Thüringens, Hessens und Sachsens höher. In Rheinland-Pfalz ist der Landkreis Birkenfeld seit einigen Jahren Risikogebiet, im Saarland der Saar-Pfalz-Kreis. Bei den rheinland-pfälzischen Kreisen, die an Baden-Württemberg und Hessen grenzen, fungiert der Rhein als natürliche Barriere.

Bei etwa jedem dritten Infizierten treten Fieber und grippeähnliche Symptome auf. Nach einem fieberfreien Intervall folgt bei etwa zehn Prozent der Infizierten eine zweite Krankheitsphase mit erneutem Fieber. In dieser Phase können gefährliche Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute sowie der Nervenbahnen und Nervenwurzeln auftreten. 

Gegen das FSME-Virus gibt es eine wirksame Impfung. Sie wird empfohlen für  Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und sich in der freien Natur aufhalten oder dort z.B. einen Wanderurlaub planen. Generell impfen lassen sollten sich bestimmte Berufsgruppen wie Förster, Waldarbeiter und Jäger.

Inzwischen muss man sich hierzulande übrigens nicht nur vor dem in Mitteleuropa weit verbreiteten Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) in Acht nehmen, sondern auch vor einer tropischen Zeckenart. Im Sommer 2018 hat eine Rheinland-Pfälzerin ein Exemplar der Spezies Hyalomma rufipes von ihrem Pferd entfernt. Zecken der Gattung Hyalomma sind ursprünglich in den trockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas beheimatet. Die Blutsauger können Tropenkrankheiten wie das afrikanische Zeckenbissfieber und das Krim-Kongofieber übertragen. Ob die Zecken hierzulande bereits heimisch sind, bleibt allerdings fraglich. Auffällig sind sie allemal: Hyalomma rufipes hat markant gestreifte Beine und ist deutlich größer als der Gemeine Holzbock. 

So kann man sich vor Zeckenstichen schützen

  • Entgegen eines landläufigen Irrtums lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen. Sie lauern stattdessen auf Grashalmen oder im Unterholz auf ihre Beute und werden im Vorbeigehen abgestreift. Lange Kleidung schützt. Auf heller Kleidung sind Zecken zudem leichter zu entdecken 
  • Ein Insekten- und Zeckenabwehrmittel kann zusätzlich auf die Haut aufgetragen werden, bietet aber keinen umfassenden Schutz 
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur oder im Garten sollte die Kleidung gewechselt und der Körper nach Zecken abgesucht werden, vor allem Kniekehlen, Leistengegend, Armbeugen und Kopfhaut
  • Zecken sollten schnellstmöglich mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte entfernt werden. Hierbei ist darauf zu achten, die Zecke am Stechapparat zu packen und ihren Körper nicht zu drücken oder zu quetschen. So wird verhindert, dass Krankheitserreger aus der Zecke in die menschliche Blutbahn gedrückt werden.