Krankheitsüberträger: So schützt man sich vor Zecken

Sie gehören zu den Schattenseiten des Frühlings: Zecken. Die kleinen Plagegeister dürften den milden Winter gut überstanden haben und sind bereits wieder aktiv. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) rät deshalb, sich bei beim Aufenthalt in Wiesen und Wäldern vor Zecken zu schützen, denn sie übertragen Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose.

Zwischen 5 und 35 Prozent der Zecken sind laut Robert Koch-Institut (RKI) mit Borrelien infiziert, dem bakteriellen Erreger der Lyme-Borreliose. Die Gefahr einer Infektion mit Borrelien besteht in allen Teilen Deutschlands. In Rheinland-Pfalz wurden dem LUA im Jahr 2015 insgesamt 1.076 Fälle von Borreliose gemeldet.

Die Erkrankung beginnt beim Menschen oft mit der sogenannten Wanderröte um den Zeckenstich herum. Im weiteren Verlauf kann es zu Nervenschmerzen und neurologischen Ausfällen, Herzproblemen sowie der Lyme-Arthritis kommen, bei der sich erst Monate bis Jahre nach der Infektion die Gelenke entzünden. Die Lyme-Borreliose sollte so früh wie möglich mit Antibiotika behandelt werden. Eine Impfung gibt es nicht. Oft ist die Diagnose aber schwierig - vor allem, wenn keine Wanderröte auftritt.

Auch die lebensbedrohliche Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) wird von Zecken übertragen. Anders als die Lyme-Borreliose tritt die FSME fast ausschließlich im Süden Deutschlands auf. FSME-Risikogebiete gibt es in Baden-Württemberg, Bayern sowie in Südhessen und in Teilen Thüringens. In Rheinland-Pfalz ist der Landkreis Birkenfeld seit einigen Jahren Risikogebiet, im Saarland der Saar-Pfalz-Kreis.

Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion, aber bei etwa jedem dritten Infizierten treten Fieber und grippeähnliche Symptome auf. Nach einem fieberfreien Intervall von ein bis drei Wochen folgt bei etwa zehn Prozent der Infizierten eine zweite Krankheitsphase mit erneutem Anstieg des Fiebers. In dieser Phase können gefährliche Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute sowie der Nervenbahnen und Nervenwurzeln auftreten. 2015 registrierte das LUA drei FSME-Fälle in Rheinland-Pfalz.

Gegen das FSME-Virus gibt es eine wirksame Impfung. Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und sich in der freien Natur aufhalten oder dort z.B. einen Wanderurlaub planen, sollten sich impfen lassen.

Tipp: So kann man sich vor Zeckenstichen schützen:

  • Lange Kleidung schützt. Auf heller Kleidung sind Zecken zudem leichter zu entdecken 
  • Ein Insekten- und Zeckenabwehrmittel kann zusätzlich auf die Haut aufgetragen werden, bietet aber keinen umfassenden Schutz 
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur oder im Garten sollte die Kleidung gewechselt und der Körper nach Zecken abgesucht werden, vor allem Kniekehlen, Leistengegend, Armbeugen und Kopfhaut
  • Zecken sollten schnellstmöglich mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte entfernt werden

Weitere Informationen bietet die Broschüre "Zeckenerkrankungen in Rheinland-Pfalz".