Blauzungenkrankheit: Impfung schützt Tiere vor der Seuche

Aktiver Tierschutz und wirtschaftlicher Vorteil: Nach dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Baden-Württemberg ruft das Landesuntersuchungsamt (LUA) die rheinland-pfälzischen Tierhalter dazu auf, ihre Rinder, Schafe und Ziegen gegen den Erreger der Seuche impfen zu lassen. Es besteht sonst die Gefahr, dass das Virus in die hiesigen Bestände eingeschleppt wird und Tiere erkranken. Für Menschen ist die Blauzungenkrankheit ungefährlich.

Die vorbeugende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit mit den Serotypen 4 und 8 ist in Rheinland-Pfalz erlaubt. Die Impfung ist freiwillig, die Kosten trägt der Tierhalter. Der aktuelle Ausbruch wurde durch Viren des Serotyps 8 ausgelöst. Gegen diesen Serotyp sollte deshalb in jedem Fall geimpft werden.

Die Impfung darf nur von Tierärzten durchgeführt werden. Wer seinen Bestand gegen das Blauzungen-Virus schützen lassen möchte, wendet sich an seinen Hoftierarzt. Eine Liste der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe finden Tierärzte auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts. In der Regel erfolgt die Grundimmunisierung durch zwei Impfungen, dabei muss unbedingt auf den richtigen Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung geachtet werden.

Zwei Punkte sprechen für die Impfung: Zum einen schützt sie Rinder, Schafe und Ziegen vor vermeidbaren Leiden, zum anderen verschafft sie Tierhaltern einen wirtschaftlichen Vorteil. Im kürzlich eingerichteten Restriktionsgebiet herrschen nämlich Einschränkungen für den Transport und den Handel mit Tieren. Nur nachweislich geimpfte Tiere dürfen aus dem Restriktionsgebiet verbracht werden.

Damit Tiere als geimpft gelten, muss die Impfung unter Angabe der Registriernummer im Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HI-Tier) dokumentiert werden. Dabei sind das Impfdatum, der verwendete Impfstoff, die eingesetzte Charge sowie die Tierart anzugeben. Schafe und Ziegen werden bestandsbezogen erfasst, Rinder einzeln unter Angabe der individuellen Ohrmarkennummer.

Hintergrund

Die Blauzungenkrankheit ist eine virusbedingte Infektion insbesondere der Rinder und Schafe. Bei Schafen kann die Krankheit akut verlaufen, während sie bei Rindern in der Regel ohne oder nur mit milden Krankheitssymptomen verläuft. Ziegen, Neuweltkameliden (z.B. Lamas oder Alpakas) und Wildwiederkäuer sind ebenfalls empfänglich. Das Virus wird über kleine, blutsaugende Mücken (Gnitzen) zwischen empfänglichen Tieren übertragen. Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Verdachtsfälle müssen der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet werden.

Von dem Restriktionsgebiet, das nach dem Ausbruch der Tierseuche in Baden-Württemberg eingerichtet wurde, sind auch die folgenden Betroffen Landkreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz betroffen: Alzey-Worms, Bad Dürkheim, Bad Kreuznach, Birkenfeld, Donnersbergkreis, Germersheim, Kaiserslautern, Kusel, Mainz-Bingen, Rhein-Pfalz-Kreis, Südliche Weinstraße, Südwestpfalz und die zugehörigen kreisfreien Städte Frankenthal (Pfalz), Kaiserslautern, Landau in der Pfalz, Ludwigshafen am Rhein, Mainz, Neustadt an der Weinstraße, Pirmasens, Speyer, Worms und Zweibrücken.