Atypische Scrapie bei Schaf in Rheinland-Pfalz nachgewiesen

Bei einem Schlachtschaf aus der Pfalz wurde im Landesuntersuchungsamt (LUA) die Scrapie-Krankheit nachgewiesen. Der Nachweis wurde vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Es handelt sich um die atypische Form der Erkrankung, die bei meist älteren Tieren spontan auftritt. Atypische Scrapie gehört zwar zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen, ist aber weder auf den Menschen noch auf andere Tiere übertragbar.

Der Tierkörper des klinisch gesunden Tieres wurde dennoch vorsorglich beschlagnahmt und unschädlich beseitigt, so dass es nicht in die Lebensmittelkette gelangt ist.

Seit 2002 werden in ganz Deutschland geschlachtete und verendete Schafe und Ziegen stichprobenartig auf das Vorkommen von Scrapie untersucht - in Rheinland-Pfalz pro Jahr rund 450 Schafe und 20 Ziegen. Zuletzt in Rheinland-Pfalz nachgewiesen wurde die Tierseuche im Februar diesen Jahres bei einem verendeten Schaf aus dem Westerwald.

Einem Ausbruch der atypischen Scrapie in ihrer Herde sicher vorbeugen können Tierhalter nicht. Wird die Krankheit nachgewiesen, werden betroffene Betriebe streng überwacht. Für die Dauer von zwei Jahren müssen von dort alle geschlachteten, getöteten oder verendeten Schafe und Ziegen auf Scrapie untersucht werden, die älter als 18 Monate sind.

Scrapie (auch Traberkrankheit genannt) gehört zur Gruppe der transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE) und ist eine tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns bei Schafen, in geringerem Ausmaß auch bei Ziegen. Sie wird durch fehlgebildete Eiweiße (Prionen) hervorgerufen.

Die Erkrankung äußert sich in Verhaltens- und Bewegungsstörungen. Später bekommen die erkrankten Tiere starken Juckreiz und scheuern sich die Wolle ab. Daher rührt auch der Name der Erkrankung: Das englische Wort "to scrape" bedeutet übersetzt "kratzen". Betroffene Tiere magern ab und verenden schließlich.