Zum Welt-Tollwuttag: Weiter wachsam bleiben

Zum Welt-Tollwuttag am 28. September ruft das Landesuntersuchungsamt (LUA) Jäger und Haustierbesitzer dazu auf, weiter wachsam zu bleiben. Zwar gilt die Tollwut bei Wild- und Haustieren seit 2008 in Deutschland als getilgt; in anderen Ländern ist sie aber noch verbreitet und kann wieder eingeschleppt werden.

Tollwut ist eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Virus-Erkrankung, die unbehandelt zum Tod führt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben schätzungsweise weltweit jährlich rund 59.000 Menschen daran, vor allem in Afrika und Asien. In Deutschland wurde die Tollwut durch regelmäßige Impfungen bei Hunden und Katzen sowie aufwändige Impfköder-Aktionen bei wildlebenden Füchsen erfolgreich bekämpft. In Rheinland-Pfalz wurde die Tierseuche zum letzten Mal im Jahr 2006 bei einem Fuchs nachgewiesen.

Um eine erneute Einschleppung frühzeitig erkennen zu können, gibt es ein landesweites Monitoringprogramm bei Wildtieren. Jäger sind demnach verpflichtet, regelmäßig sogenannte Indikatortiere wie Füchse, Marderhunde und Waschbären zur Untersuchung an das LUA schicken. Indikatortiere sind verendete sowie kranke, verhaltensgestörte, abgekommene oder sonst auffällige erlegte wildlebende Füchse, Marderhunde und Waschbären.

Jäger sind laut Gesetz verpflichtet, solche Tiere ihrer zuständigen Veterinärbehörde oder direkt dem Institut für Tierseuchendiagnostik des LUA in Koblenz zuzuleiten, wofür sie eine Entschädigungszahlung bekommen. Im ersten Halbjahr 2019 wurden aus den rheinland-pfälzischen Landkreisen bereits 277 Füchse und ein Waschbär an das LUA gesendet. Das Tollwut-Virus wurde nicht nachgewiesen.

Haustiere weiterhin impfen

Auch die Besitzer von Haustieren sollten die Gefahr nicht unterschätzen. Für Hunde und Freigängerkatzen innerhalb Deutschlands gilt weiterhin eine Impfempfehlung gegen Tollwut. Die Impfstoffe, die auf dem Markt sind, werden gut vertragen und sind nach der Grundimmunisierung je nach Hersteller bis zu drei Jahre lang wirksam.

Bei Reisen innerhalb der EU mit eigenen Hunden, Katzen oder Frettchen ist eine wirksame Tollwut-Impfung Pflicht. Sie muss durch einen Tierarzt im EU-Heimtierausweis dokumentiert werden, nachdem das Tier zuvor mit einem Transponder gekennzeichnet wurde.

Vorsicht ist beim Kauf von Welpen aus europäischen Nachbarländern geboten. Solche Welpen können legal frühestens im Alter von 15 Wochen ein- oder durchreisen, da die erst Impfung frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden darf und es danach weitere drei Wochen bis zur Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes dauert.

In Urlaubsländern wie zum Beispiel der Türkei, Marokko oder Tunesien ist die Tollwut noch weit verbreitet. Die Regelungen für die Einreise von Heimtieren in die EU aus solchen Ländern oder auch die Rückkehr von Tieren, die mit in den Urlaub genommen wurden, sind sehr streng. Eine Einreise ist grundsätzlich nur über bestimmte Orte möglich. Außerdem muss eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Tollwut gemacht worden sein. Die Blutentnahme durch einen Tierarzt muss mindestens 30 Tage nach der Impfung und mindestens drei Monate vor der Einreise in einem zugelassenen Labor erfolgt sein.