Umweltministerin Höfken: „Wir sind für den Krisenfall gewappnet“

Die für Menschen ungefährliche Afrikanische Schweinepest (ASP) ist bei einem toten Wildschwein in Brandenburg festgestellt worden. Rheinland-Pfalz hatte den Bund mehrfach aufgefordert, die Rechtsgrundlage für einen festen Zaun an der Grenze zu schaffen. Diesen Vorschlag hat das Bundeslandwirtschaftsministerium bis heute abgelehnt. Das bedauert die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken.

Aus deren Sicht müsse alles dafür getan werden, um das Virus aufzuhalten. So würde man dazu beitragen, sowohl Tierleid zu vermeiden als auch die Marktfähigkeit schweinehaltender Betriebe aufrechtzuerhalten. Ein festinstallierter Zaun kann die Ausbreitung des Virus über wandernde Wildschweine verringern. Aus ihrer Sicht ist eine intensive Vorbeugung das A und O.

„Rheinland-Pfalz ist für den Krisenfall gewappnet. Wir setzen seit Jahren auf Prävention und haben den Katastrophenfall mehrfach mit allen Beteiligten geübt, mobile Zäune eingelagert, tausende an Wildschweinkadavern auf das Virus beprobt und die Bejagung von Wildscheinen deutlich erhöht. Für Schweinehalter haben wir ein Früherkennungs-Programm entwickelt. Zudem stehen wir mit anderen Ländern in ständigem Wissensaustausch“, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken.

Heute wurde in Deutschland der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bekannt. In Brandenburg fand man einen infizierten Wildschweinkadaver. Das Risiko, dass die ASP auch nach Rheinland-Pfalz kommt, ist nach wie vor hoch. Denn der größte Risikofaktor, der sich auf die Verbreitung der für Wild- und Hausschweine meist tödlichen Krankheit auswirkt, ist der Mensch. Deshalb appelliert Höfken: „Werfen Sie keine tierischen Produkte ins Freie, nutzen Sie dazu verschlossene Mülltonnen. Denn bereits ein infiziertes Wurstbrötchen, das ein Wildschwein frisst, kann zum Ausbruch der Krankheit führen.“ Auch Jagdtrophäen solle man nur präpariert transportieren und mit Blut in Kontakt gekommene Jagdutensilien stets gründlich desinfizieren.

Es ist nicht auszuschließen, dass sich der ASP-Fall in Brandenburg auch auf rheinland-pfälzische Betriebe mit Schweinehaltung auswirkt. Drittstaaten wie China können Deutschland per se als ASP-Gebiet einstufen und keine regionale Unterscheidung treffen. Daher fordert Höfken das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, sich für eine Regionalisierung einzusetzen und so den Betrieben, die in ASP-freien Gebieten liegen, die Möglichkeit zu eröffnen auch weiterhin Schweinefleisch verbringen zu dürfen.

„Deshalb – und auch aus Tierschutzgründen – ist es unser oberstes Ziel, die Einschleppung der ASP in die hiesige Hausschweine- und Wildschweinpopulation zu verhindern“, so Höfken. Für Menschen ist die Krankheit im Übrigen ungefährlich.

Hier geht es zum Maßnahmenpaket des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums