Olivenöl und Vanille: Gefälschten Lebensmitteln auf der Spur

Mit Lebensmitteln lässt sich viel Geld verdienen. Vor allem dann, wenn nicht das drin ist, was auf der Verpackung steht. Die Qualität muss gewährleistet sein und es darf nicht auf unzulässige Verfahren und Rohstoffe zurückgegriffen werden. Deshalb hat das Landesuntersuchungsamt nun bei einer behördenübergreifenden Aktion zur Bekämpfung von Lebensmittelkriminalität teilgenommen. Im Fokus der sogenannten OPSON-Operation standen Olivenöl und Vanille und daraus hergestellte Erzeugnisse, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer betrügerischen Manipulation groß ist.

Die OPSON-Operationen finden seit dem Jahr 2011 unter der Koordination von Interpol und Europol und unter Beteiligung Deutschlands statt. Sie dienen der Bekämpfung der Lebensmittelkriminalität (Food Fraud). "Rheinland-Pfalz wird im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher auch weiterhin aktiv seinen Beitrag hierzu leisten“, sagt Ulrike Höfken, zuständige rheinland-pfälzische Ministerin für Lebensmittelsicherheit.

Untersucht wurden von deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden von Januar bis einschließlich März dieses Jahres insgesamt über 3.694 Liter Olivenöle, die als Güteklasse „nativ extra“ ausgelobt wurden und in dieser Güteklasse besonderen Anforderungen unterliegen. Untersucht wurden die beprobten Öle auf mögliche Verfälschungen mit Olivenölen anderer Güteklassen (nativ, raffiniert, Lampantöl). Des Weiteren wurden Untersuchungen auf Verfälschungen mit günstigeren Ölen, wie Sonnenblumen-, Raps- oder Sojaöl, sowie auf Einfärbungen mit Hilfe von Farbstoffen vorgenommen.

Beim Untersuchungsschwerpunkt „Vanille“ wurden deutschlandweit mit 208 Proben von Erzeugnissen wie Vanillearomen bzw. Vanilleextrakte, Speiseeis, feine Backwaren und Desserts sowie rein gemahlene Vanilleschoten auf den Ersatz der ausgelobten echten Vanille durch künstliches Vanillin untersucht.

Auch Rheinland-Pfalz hat sich an der diesjährigen Operation OPSON IX aktiv beteiligt. In Rheinland-Pfalz waren Lebensmittelbehörden von der Kreisverwaltung über das Landesuntersuchungsamt bis hin zum Ministerium sowie Polizeibehörden und die Staatsanwaltschaft eng eingebunden. Neben Rheinland-Pfalz beteiligten sich weitere neun Bundesländer und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das Max-Rubner-Institut, die Generalzolldirektion mit dem Zollkriminalamt und das Bundeskriminalamt.

Untersuchungen im Landesuntersuchungsamt

In einem ersten Schritt entnahmen Anfang des Jahres die Lebensmittelkontrolleure der örtlichen Überwachungsbehörden in Rheinland-Pfalz 12 Olivenölproben (davon 10 nativ extra, 1 Öl-Mischung aus raffiniert und nativ, 1 Tresteröl) und 20 Vanilleproben, die von den Chemikern des Landesuntersuchungsamtes analytisch überprüft wurden. Verfälschungen mit anderen Ölen waren nicht erkennbar. Zur weiteren Untersuchung und Beurteilung wurden die Proben an das auf Fragen der Herkunft von Lebensmitteln spezialisierte NRZ-Authent des Max-Rubner-Instituts geschickt.

Außerdem wurden 18 Vanilleproben untersucht, von denen 2 beanstandet wurden. So waren etwa trotz Abbildung einer Vanilleschote und Blüte auf der Verpackung nur sehr geringe Mengen an Vanillearomakomponenten vorhanden. Die Hersteller dieser beiden Proben haben ihren Sitz nicht in Rheinland-Pfalz. Damit ist die Angelegenheit aber noch nicht erledigt: Die Verfahren wurden an die so genannten „Sitzländer“, in denen die Hersteller beheimatet sind, zur weiteren Verfolgung abgegeben.