Krankheitsüberträger: So schützt man sich vor Zecken

Der Beginn des Hochsommers hat nicht nur schöne Seiten: Mit den Temperaturen ist auch die Aktivität der Zecken gestiegen. Da sie Infektionskrankheiten übertragen können, rät das Landesuntersuchungsamt (LUA) dazu, sich bei beim Aufenthalt in der Natur vor den Plagegeistern zu schützen.

Bis zu 30 Prozent der Zecken sind laut Robert Koch-Institut (RKI) mit Borrelien infiziert, dem bakteriellen Erreger der Lyme-Borreliose. Die Gefahr einer Infektion besteht in allen Teilen Deutschlands. In Rheinland-Pfalz wurden dem LUA in diesem Jahr bisher 377 Fälle von Borreliose beim Menschen gemeldet. 316 Fälle waren es im Vergleichszeitraum des Vorjahres, 1.185 Fälle im Jahr 2019 insgesamt.

Die Erkrankung beginnt oft mit der Wanderröte um den Zeckenstich herum. Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit können hinzukommen. Im weiteren Verlauf kann es zu Nervenschmerzen und neurologischen Ausfällen sowie der Lyme-Arthritis kommen, bei der sich erst Monate bis Jahre nach der Infektion die Gelenke entzünden. Die Lyme-Borreliose sollte so früh wie möglich mit Antibiotika behandelt werden, eine Impfung gibt es nicht.

Auch die lebensbedrohliche Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) wird von Zecken übertragen. Aber anders als bei der Lyme-Borreliose ist die Gefahr einer Ansteckung mit FSME nicht überall in Deutschland gleich hoch. Das Robert Koch-Institut gibt regelmäßig eine Karte mit so genannten FSME-Risikogebieten heraus. Danach ist das Risiko, durch einen Zeckenstich an FSME zu erkranken, in Baden-Württemberg, Bayern sowie in Teilen Thüringens, Hessens und Sachsens höher. In Rheinland-Pfalz ist der Landkreis Birkenfeld seit einigen Jahren Risikogebiet. Bei den rheinland-pfälzischen Kreisen, die an Baden-Württemberg und Hessen grenzen, fungiert der Rhein als natürliche Barriere.

Bei etwa jedem dritten Infizierten treten Fieber und grippeähnliche Symptome auf. Nach einem fieberfreien Intervall folgt bei etwa zehn Prozent der Infizierten eine zweite Krankheitsphase mit erneutem Fieber. In dieser Phase können gefährliche Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute sowie der Nervenbahnen und Nervenwurzeln auftreten. Gegen das FSME-Virus gibt es eine wirksame Impfung. Sie wird empfohlen für Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und sich in der freien Natur aufhalten oder dort z.B. einen Wanderurlaub planen. Generell impfen lassen sollten sich bestimmte Berufsgruppen wie Förster, Waldarbeiter und Jäger. Aus Rheinland-Pfalz werden insgesamt sehr wenige FSME-Fälle gemeldet; in diesem Jahr war es bisher keiner, im gesamten Jahr 2019 Jahr einer.

So kann man sich vor Zeckenstichen schützen

  • Entgegen eines landläufigen Irrtums lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen. Sie lauern stattdessen auf Grashalmen oder im Unterholz auf ihre Beute und werden im Vorbeigehen abgestreift. Lange Kleidung schützt. Auf heller Kleidung sind Zecken zudem leichter zu entdecken
  • Ein Insekten- und Zeckenabwehrmittel kann zusätzlich auf die Haut aufgetragen werden, bietet aber keinen umfassenden Schutz
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur oder im Garten sollte die Kleidung gewechselt und der Körper nach Zecken abgesucht werden, vor allem Kniekehlen, Leistengegend, Armbeugen und Kopfhaut
  • Zecken sollten schnellstmöglich mit einer Pinzette, einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte entfernt werden. Hierbei ist darauf zu achten, die Zecke am Stechapparat zu packen und ihren Körper nicht zu drücken oder zu quetschen. So wird verhindert, dass Krankheitserreger aus der Zecke in die menschliche Blutbahn gedrückt werden.