Blaumeisen-Sterben: Hinweise zur Diagnostik

Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) wird derzeit ein vermehrtes Sterben von Blaumeisen beobachtet. Insbesondere in Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen sowie in Nordrhein-Westfalen werden erkrankte Tiere meist in der Umgebung von Futterstellen in Gärten gesichtet, die teilnahmslos erscheinen, aufgeplustert sind und verenden. Auch über Schwierigkeiten beim Atmen und bei der Futter- und Tränkeaufnahme wird berichtet. Neben Blaumeisen zeigen vereinzelt auch Kohlmeisen und andere kleine Singvogelarten sowie Haussperlinge ein ähnliches Krankheitsbild.

Die Ursache der beobachteten Krankheitserscheinungen und Todesfälle bei den Vögeln ist derzeit noch unklar. Diagnostische Untersuchungen an verendeten Tieren können grundsätzlich beim Landesuntersuchungsamt, Institut für Tierseuchendiagnostik (ITSD), in Auftrag gegeben werden. Neben der Sektion und einer histologischen Untersuchung werden parasitologische, bakteriologische, virologische und molekularbiologische Verfahren zum Ausschluss der bekannten Seuchenerreger durchgeführt. Die Untersuchungen im ITSD sind kostenpflichtig; die Kosten belaufen sich auf ca. 60 Euro pro Tier.

Darüber hinaus werden vom ITSD gegebenenfalls Proben der hier sezierten Tiere für weiterführende Untersuchungen an das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weitergeleitet. Hier werden soweit möglich auch Untersuchungen zum Nachweis von exotischen oder neuen Tierseuchenerregern durchgeführt. Die Untersuchungen im FLI sind kostenfrei. Nach Mitteilung des FLI können bis auf weiteres auch verendete, frischtote oder tiefgefrorene Vögel unmittelbar durch die Veterinärämter oder die Bürgerinnen und Bürger dorthin versandt werden. Die Einsender erhalten nach Abschluss der Untersuchungen einen Befund über die Untersuchungsergebnisse. Angesichts des erwarteten Probenaufkommens und der aufwendigen Untersuchungen kann die Rückmeldung über die Untersuchungsergebnisse ggf. erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Neben dem FLI bietet auch das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) die kostenlose Untersuchung von verendeten, frischtoten oder tiefgefrorenen Tieren an. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des NABU.

Da derzeit keine Verdachtsmomente auf das Vorliegen einer anzeigepflichtigen Tierseuche bestehen, kann der Versand der Tiere an das FLI und das BNI auch ohne Einbeziehung des ITSD erfolgen.

Bei der Einsendung von Tieren sind nähere Angaben zum Fundort und Funddatum sowie zu näheren Umständen des Auffindens und wenn möglich auch zu den beobachteten Symptomen dringend erforderlich.

Kontaktadressen für den Versand von Tieren im Zusammenhang mit dem Blaumeisen-Sterben:

Landesuntersuchungsamt
Institut für Tierseuchendiagnostik
Blücherstraße 34
56073 Koblenz

Friedrich-Loeffler-Institut
Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger
Frau Dr. Ute Ziegler
Südufer 10
17493 Greifswald – Insel Riems

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Herr Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg

Für  Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Institut für Tierseuchendiagnostik, Tel.: 0261/9149-599, poststelle.itsd(at)lua.rlp.de