Wasser ist lebensnotwendig und für die menschliche Existenz von entscheidender Bedeutung. Einwandfreies Trinkwasser in ausreichenden Mengen ist jedoch nicht selbstverständlich. Das zeigen die Trinkwasserepidemien der Vergangenheit und die zahlreichen durch Wasser übertragbaren Erkrankungen in den heutigen Entwicklungsländern. Die Erfahrungen mit den trinkwasserbedingten bakteriellen Seuchen wie Cholera, Typhus oder Shigellenruhr führten zu vielfältigen Anstrengungen zum Schutz des Trinkwassers und zu seiner ständigen hygienischen Überwachung. Es entstanden nationale und internationale Regelungen und Gütenormen.
Mit der mikrobiologischen Trinkwasseruntersuchung unterstützt das LUA die Gesundheitsämter bei ihrer zentralen Aufgabe der Trinkwasserüberwachung. Die Untersuchungen dienen der Erfolgskontrolle bei der Wasseraufbreitung und Anlagensanierung und damit zu einer sicheren Trinkwasserversorgung.
Aufgaben desLUA im Bereich der Trink- und Badewasserhygiene
- Untersuchung und Beurteilung von Trinkwasser und Badewasser im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen (Trinkwasserverordnung TrinkwV 2001)
- Mikrobiologische Untersuchung und Beurteilung von Trinkwasser und Badewasser
- Beratende Unterstützung und Zusammenarbeit mit den für die Trink- und Badewasserwasserüberwachung zuständigen Aufsichts- und Vollzugsbehörden in Rheinland-Pfalz in Fragen der Wasserhygiene
- Fachliche Stellungnahmen für Ministerien und andere Behörden, Mitarbeit in Fachgremien und Beratung von Versorgern (z. B. Wasserwerken, Bäderbetreibern) und Verbrauchern
- Mitwirkung bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung von im Bereich der Wasserhygiene tätigen Personen (z. B. Trinkwasser-Probennehmer, Hygieneinspektoren)
Leitkeim-System deckt Verunreinigung auf
Die neue Trinkwasserverordnung 2001 hält an der primären seuchenhygienischen Forderung fest, dass Trinkwasser frei von Krankheitserregern sein muss. Der direkte Nachweis von verschiedenen möglichen Krankheitserregern im Trinkwasser ist jedoch routinemäßig nicht machbar. Daher wurde für die mikrobiologische Überwachung ein Leitkeim-System entwickelt, das im wesentlichen auf dem Nachweis von Fäkalindikatorbakterien beruht. Dadurch soll das Risiko einer Trinkwasserverunreinigung mit Abwasser oder mit menschlichen oder tierischen Ausscheidungen sowie eine potentielle Gefahr durch ein gleichzeitiges Eindringen von Krankheitserregern erkannt werden.
Als unverändert wichtigster Fäkalindikatorkeim gilt Escherichia coli, ein symbiontischer Bewohner des menschlichen und tierischen Darms. Von Escherichia coli zu unterscheiden sind die Coliformen Keime, welche nicht nur fäkaler Herkunft sind. Als allgemeiner Massstab für den Reinheitsgrad des Wassers dient die Bestimmung der Koloniezahl. Bei entsprechender epidemiologischer Notwendigkeit kann die mikrobiologische Untersuchung auf weitere Fäkalindikatoren wie Enterokokken oder auf den Nachweis von Clostridium perfringens oder Legionellen ausgeweitet werden.

